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Ein Hash vor der Runde, der Schlüssel danach

Nachprüfbarkeit bei Plinko: was sich belegen lässt und was nicht

Manche Anbieter veröffentlichen vor jeder Runde einen Hash und danach den Schlüssel dazu. Damit lässt sich eine abgeschlossene Runde nachrechnen — allerdings beweist das etwas Engeres, als die Werbung mit dem Wort „beweisbar fair“ nahelegt.

Autor: Noah BrändliRedaktion: Jonas KellerZuletzt geprüft:

Bei einem Spiel, das in zwei Sekunden entschieden ist und bei dem es nichts zu steuern gibt, bleibt eine Frage: woher weiss man, dass das Ergebnis nicht nachträglich gesetzt wurde.

Auf diese Frage gibt es eine technische Antwort. Sie ist gut, und sie ist enger, als sie meistens verkauft wird.

Wie das Verfahren aufgebaut ist

Das Ergebnis einer Runde wird aus drei Angaben berechnet:

Der Trick liegt in der Reihenfolge. Vor der Runde zeigt der Anbieter nicht den Server-Seed selbst, sondern dessen Hash — eine Prüfsumme, aus der sich der Seed nicht zurückrechnen lässt. Nach der Runde legt er den Seed offen. Wer will, bildet dann selbst den Hash des offengelegten Seeds und vergleicht ihn mit dem, was vorher stand.

Stimmen beide überein, war der Seed vor der Runde festgelegt. Er kann also nicht nachträglich so gewählt worden sein, dass die Kugel woanders landet.

Was damit belegt ist

Genau eines: dass das Ergebnis nach dem Wurf nicht mehr verändert wurde.

Das ist nicht wenig. Es schliesst den naheliegendsten Verdacht aus, nämlich dass eine Software im Moment des Falls entscheidet, wohin die Kugel soll, je nach Höhe des Einsatzes.

Was damit nicht belegt ist

Drei Dinge, und sie sind alle wichtiger, als das Verfahren selbst vermuten lässt.

Die Höhe der Auszahlungsquote. Das Prüfverfahren sagt nichts darüber, wie die Multiplikatoren über die Zellen verteilt sind. Ein Spiel mit einer schlechten Quote lässt sich genauso sauber nachrechnen wie eines mit einer guten. Was die Quote praktisch kostet, ist eine davon unabhängige Frage.

Ob ausgezahlt wird. Die Runde kann einwandfrei nachrechenbar sein und die Auszahlung trotzdem an einer Klausel in den Bedingungen des Anbieters scheitern — an einer Identitätsprüfung, einer Frist, einer Auszahlungsgrenze. Das Verfahren betrifft das Spiel, nicht die Kasse.

Wer tatsächlich prüft. In der Praxis rechnet kaum jemand eine Runde nach. Die Möglichkeit dazu wirkt disziplinierend, weil der Anbieter mit Prüfern rechnen muss — gelesen wird sie selten.

Pascalsches Dreieck über vierzehn Reihen mit den Weganzahlen je Zelle

Jede Zahl ist die Summe der beiden darüber. Mehr steckt in der Mathematik dieses Spiels nicht — und genau deshalb lässt sich jede Quote auf dieser Seite mit Papier nachrechnen, ohne dem Studio etwas glauben zu müssen.

Wie eine Prüfung praktisch abläuft

Wer es einmal tun möchte, braucht keine Spezialsoftware. Der Ablauf ist bei allen Anbietern mit offenem Verfahren derselbe:

  • Vor dem Spielen den Client-Seed auf einen eigenen Wert setzen. Das ist der Teil, der die Prüfung erst aussagekräftig macht.
  • Eine Runde spielen und sich Server-Seed-Hash, Client-Seed und laufende Nummer notieren.
  • Die Seed-Kombination in den Einstellungen wechseln. Erst dadurch wird der alte Server-Seed offengelegt.
  • Den offengelegten Seed durch dieselbe Hash-Funktion schicken und das Ergebnis mit dem vorher gezeigten Hash vergleichen.

Stimmt es überein, ist die Kette geschlossen. Stimmt es nicht, hat man einen handfesten Befund — und zwar den einzigen auf dieser ganzen Seite, der sich ohne jede Interpretation vorzeigen lässt.

Wenn es kein Prüfverfahren gibt

Viele Fassungen bieten keines an. Das ist für sich genommen kein Vorwurf: die meisten Spielautomaten in jeder Lobby haben ebenfalls keines, und geprüft wird dort durch Testlabore und die Aufsicht statt durch den Spieler.

Es verschiebt nur, worauf man sich stützt. Ohne eigenes Prüfverfahren bleibt die Frage, wer das Spiel geprüft hat und wer den Betreiber beaufsichtigt — und damit sind wir wieder bei dem, was in den Bedingungen und Registereinträgen eines Anbieters nachlesbar ist.

Was das für die Wahl des Anbieters bedeutet

Ein offenes Prüfverfahren ist ein gutes Zeichen, aber kein Ersatz für die anderen Fragen. Ein Anbieter, bei dem jede Runde nachrechenbar ist, der aber keine Auszahlungsfrist und keine Identitätsregel schriftlich festhält, ist in dem Punkt transparent, der am wenigsten weh tut.

Deshalb zählt die Sortierung auf dieser Seite das Prüfverfahren mit, aber nicht allein — und was die Seite sonst noch zählt, steht offen beschrieben.

Und wo es keines gibt

Bei BitStarz liess sich zu den hauseigenen Spielen kein solches Verfahren finden, bei CoinCasino betrifft die Frage gar nicht den Betreiber, weil das Plinko dort von einem Studio kommt. Dann bleibt die ausgewiesene Quote in der Informationsklappe — weniger, als man prüfen könnte, und mehr als nichts.

Wer das Verfahren für seine eigenen Spiele führt

Von elf Anbietern der Übersicht liess es sich bei vier belegen: Shuffle, Wild.io, Wolf.bet und Flush.

Und immer mit derselben Einschränkung, die in der Werbung verschwindet: es gilt für die hauseigenen Spiele, nicht für die Fassungen fremder Studios in derselben Lobby. Bei Winz.io greift es deshalb gar nicht — dort ist das Spiel kein hauseigenes.

Die Auswahl dazu steht auf der Startseite Plinko Casino Schweiz.

Häufige Fragen

Was bedeutet beweisbar fair bei Plinko?
Dass das Ergebnis einer Runde aus drei Angaben berechnet wird — einem Server-Seed, einem Client-Seed und einer laufenden Nummer — und dass der Server-Seed in verschlüsselter Form vor der Runde veröffentlicht wird. Nach der Runde wird er offengelegt, und jeder kann nachrechnen, ob er zum vorher gezeigten Hash passt.
Beweist das Verfahren, dass das Spiel fair ist?
Es beweist, dass das Ergebnis nach dem Wurf nicht mehr verändert wurde. Es sagt nichts darüber, wie die Multiplikatoren gewählt sind, wie hoch die Auszahlungsquote ist oder ob der Anbieter auszahlt. Das sind drei verschiedene Fragen, und das Verfahren beantwortet nur die erste.
Muss ich den Client-Seed selbst ändern?
Nötig ist es nicht, sinnvoll schon. Der Client-Seed ist der Teil, den der Spieler beisteuert; wird er selbst gesetzt, kann die Gegenseite das Ergebnis auch theoretisch nicht vorberechnen. Die Möglichkeit dazu steht bei Anbietern mit offenem Verfahren in den Spieleinstellungen.
Haben alle Plinko-Fassungen ein Prüfverfahren?
Nein. Es ist eine Entscheidung des jeweiligen Studios und teils des Betreibers. Fehlt es, heisst das nicht automatisch, dass manipuliert wird — es heisst, dass man es nicht selbst nachrechnen kann und stattdessen auf die Prüfung durch Dritte angewiesen ist.

Quellen dieser Seite

  1. Serverschlüssel und Spielerschlüssel im SpielfensterSpielfenster von BitStarz, Schaltfläche neben dem Umschalter auf Testguthaben3. Oktober 2026
  2. Fristen, Schwellen und Grenzen der Anbieter, jeweils mit KlauselnummerAllgemeine Bedingungen und Bonusbedingungen der Anbieter selbst3. Oktober 2026

Gelesen und notiert von der Redaktion. Woher jede einzelne Zahl stammt und was hier bewusst nicht behauptet wird, steht unter Quellen und Rechenweg.